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EU AI Act: Was Schweizer KMU jetzt über das neue KI-Gesetz wissen müssen

Einfach erklärt, ohne Juristendeutsch.


Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen. ChatGPT und Claude schreiben Texte, Midjourney erstellt Bilder, und immer mehr Tools helfen bei Marketing, Kundenservice oder Recruiting. Doch wer KI einsetzt, muss jetzt auch wissen, welche Regeln gelten.

Die EU hat mit dem EU AI Act das weltweit erste umfassende KI-Gesetz verabschiedet. Und auch wenn wir in der Schweiz sind: Dieses Gesetz betrifft uns.

In diesem Artikel erklären wir dir, was der EU AI Act ist, warum er für Schweizer Unternehmen relevant ist und was du konkret beachten solltest, besonders wenn du KI im Marketing einsetzt.


Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist ein Gesetz, das klare Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz festlegt. Die Grundidee dahinter ist einfach: KI ist ein mächtiges Werkzeug, und mächtige Werkzeuge brauchen Spielregeln, damit Menschen geschützt sind. Hoffen wir, dass die Regeln nicht so weit gehen, dass sie die Weiterentwicklung von Unternehmen und Geschäftsmodellen behindern. Das ein kleiner Gedankeneinschub. Aber nun weiter:

Das Gesetz funktioniert nach einem Risikoprinzip: Je gefährlicher eine KI-Anwendung für Menschen sein kann, desto strenger die Vorschriften. Das macht durchaus Sinn.


Die vier Risikostufen

1. Verboten

Bestimmte KI-Anwendungen sind komplett untersagt. Zum Beispiel, wenn ein Staat seine Bürger mit einem Punktesystem bewertet und überwacht (sogenanntes Social Scoring). Auch KI-Systeme, die Menschen unterschwellig manipulieren, sind verboten.

2. Hochrisiko

KI, die in sensiblen Bereichen eingesetzt wird, braucht besonders strenge Kontrolle. Das betrifft zum Beispiel KI im Gesundheitswesen, bei Bewerbungsverfahren oder bei Kreditentscheiden. Hier braucht es gute Daten, Dokumentation und vor allem: menschliche Aufsicht.

3. Mittleres Risiko, Transparenzpflicht

Hier geht es vor allem um Ehrlichkeit. Wenn du mit einem Chatbot sprichst, muss dir gesagt werden, dass es eine KI ist. Wenn ein Bild oder Video von KI erzeugt wurde, soll das erkennbar sein. Niemand soll getäuscht werden.

4. Niedriges Risiko

Einfache Anwendungen wie Spiele-KI, Spamfilter oder harmlose Textvorschläge haben kaum Zusatzregeln. Das betrifft den Grossteil der alltäglichen KI-Anwendungen.


Warum betrifft das die Schweiz?

Die Schweiz ist nicht Teil der EU und macht beim EU AI Act offiziell nicht mit. Trotzdem ist das Gesetz für viele Schweizer Unternehmen relevant, und zwar aus einem einfachen Grund:

Sobald du KI einsetzt und Kunden, Nutzer oder Follower in der EU hast, musst du dich an die EU-Regeln halten.

Und seien wir ehrlich: Die meisten Schweizer KMU haben mindestens ein paar Kunden oder Kontakte in Deutschland, Österreich oder Frankreich. Das reicht bereits.

Dazu kommt: Die Schweiz hat mit dem revidierten Datenschutzgesetz (DSG) eigene Anforderungen. Wenn du Personendaten in KI-Tools eingibst, brauchst du einen klaren Zweck, möglichst wenig Daten und saubere interne Regeln. Das erachten wir bei Cine Studio als sehr wichtig!


KI im Marketing: Was ist erlaubt, was nicht?

Für die meisten KMU ist KI im Marketing unkritisch, solange ein paar Grundsätze eingehalten werden.

Meistens unproblematisch

KI für Ideenfindung, Rohentwürfe, Textvarianten, Bildvorschläge oder Optimierung von Inhalten nutzen, das ist in der Regel kein Problem. Solange am Schluss ein Mensch drüberschaut und den Inhalt freigibt.

Hier wird es heikel

Problematisch wird es, wenn KI-Inhalte etwas vortäuschen, das sie nicht sind. Zum Beispiel:

  • Ein KI-generiertes Bild, das wie ein echtes Foto wirkt
  • Ein KI-Text, der wie ein echtes Kundenzitat aussieht
  • Ein Deepfake-Video, das eine echte Person zeigt
  • Automatisch erzeugte Posts, die wie echte Nachrichten oder Fakten wirken

In solchen Fällen brauchst du eine klare Kennzeichnung, oder du passt den Inhalt so an, dass keine Täuschung entsteht.

Die Faustregel

KI als Werkzeug im Hintergrund? Fast immer OK. KI, die echte Personen, echte Aussagen oder echte Fakten vortäuscht? Vorsicht.


Dein 5-Punkte-Check: KI-Regeln für dein KMU

Du brauchst keinen 50-seitigen Leitfaden. Für die meisten KMU reichen fünf klare Punkte:

1, Welche Tools sind erlaubt?
Leg fest, welche KI-Tools in deinem Unternehmen eingesetzt werden dürfen. ChatGPT, Claude, Midjourney, Canva AI, egal was. Hauptsache, es ist klar geregelt und nicht jeder nutzt irgendwas.

2, Welche Daten sind tabu?
Kundendaten, interne Zahlen, vertrauliche Kampagneninfos, Mitarbeiterdaten, das gehört nie in ein öffentliches KI-Tool. Auch keine E-Mail-Adressen oder persönliche Informationen.

3, Was muss ein Mensch freigeben?
Werbung, Preisangaben, Aussagen zu Gesundheit, Finanzen oder Recht, solche Inhalte müssen immer von einem Menschen geprüft und freigegeben werden, bevor sie veröffentlicht werden.

4, Was muss gekennzeichnet werden?
KI-generierte Bilder, die wie echte Fotos wirken. Texte, die echte Zitate vortäuschen. Videos mit KI-generierten Personen. Alles, was täuschen könnte, muss transparent gemacht werden.

5, Wer ist verantwortlich?
Wenn die KI Unsinn produziert oder ein Post rechtlich heikel ist: Wer übernimmt die Verantwortung? Das muss intern klar geregelt sein. KI macht Fehler, die Verantwortung bleibt beim Menschen.


Unser Fazit

KI ist ein fantastisches Werkzeug, auch und gerade für KMU. Aber wie bei jedem Werkzeug gilt: Wer es nutzt, sollte wissen, wie es funktioniert und welche Regeln gelten.

Der EU AI Act bringt keine Verbote für den normalen KI-Einsatz im Marketing. Er bringt Klarheit. Und Klarheit ist gut, für dich, für deine Kunden und für das Vertrauen in dein Unternehmen.

Wir bei Cine Studio setzen KI selbst ein und halten uns laufend über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden. Weil wir finden: Wer KI professionell einsetzt, sollte auch wissen, was dahintersteckt.

Hast du Fragen dazu, wie du KI sicher und regelkonform in deinem Marketing einsetzen kannst? Melde dich bei uns.


Dieser Artikel dient als allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen empfehlen wir, eine Fachperson beizuziehen.

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